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Fachkräftemangel im Handwerk: Duales Studium als Lösung?

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Zahlreiche (Handwerks-)Betriebe klagen über offene Stellen und die Herausforderung, geeignete Fachkräfte zu finden. Möglicherweise bist Du mit Deinem Betrieb ebenfalls von dieser Entwicklung betroffen. Wir möchten den Blick auf das Duale Studium werfen, ob sich dahinter vielleicht die Lösung befindet.

Fachkräftemangel im Handwerk: Was heißt das konkret?    

Bei einem Fachkräftemangel fehlen auf dem Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte, um die offnen Stellen in den Unternehmen und Betrieben zu besetzen. Während der Pandemie hatte sich die Situation im Handwerk kurzzeitig entspannt. Inzwischen wird die Differenz zwischen Arbeitssuchenden und offenen Stellen wieder größer. Schauen wir uns einmal genauer an, was das bedeutet.

Bevor wir uns den harten Fakten widmen, noch ein aktuelles Beispiel. Der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks hat auf LinkedIn einen Beitrag geteilt. Schlagzeile war folgende:

„’Unser Kind hat was besseres verdient als einen Job im Handwerk.’Stimmt, vor allem bessere Eltern. Die Wertschätzung der Handwerksberufe fängt in der Familie an!“

[Quelle: LinkedIn]

Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks

Wir werden in diesem Artikel herausfinden, inwiefern ein Duales Studium dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegen wirken kann. Trotzdem möchten wir darauf aufmerksam machen, dass allgemeine Ausbildungsberufe im Handwerk noch oft belächelt werden. Und das völlig zu unrecht. Wir als Gesellschaft dürfen an dieser Stelle umdenken. Es geht nicht um Prestige oder die Erwartungen anderer. Es geht um persönliche Erfüllung. Spaß zu haben. So sieht das auch Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW: 

 

„Wenn der Sohn eines Anwalts Tischlermeister wird, ist das kein Abstieg. Wenn eine junge Frau sagt, ich will Bäckerin werden, mit oder ohne Abitur, ist das kein Abstieg. Denn Zufriedenheit und beruflicher Erfolg gehen eben nicht nur als Bachelor und Master, sondern auch als Geselle und Meisterin.“

[Quelle: Tagesschau.de]

Andreas Ehlert

Präsident von Handwerk.NRW

Fachkräftemangel Handwerk Statistik

Während 2020 das Angebot an offenen Stellen bei 180.000 lag, ist die Zahl in 2021, laut der Tagesschau, auf ca. 200.000 angestiegen. Auf die offenen Stellen kamen in 2020 rund 150.000 arbeitssuchende Fachkräfte. 2021 waren es nur noch rund 140.000. Ein grundlegendes Problem für den Fachkräftemangel im Handwerk? Es kommen zu wenig Handwerker:innen mit einer abgeschlossener Ausbildung auf den Arbeitsmarkt. 2021 fehlten 75.000 Gesellen. Und über 7000 Meisterstellen blieben unbesetzt.

Aufgrund des schlechten Image der Handwerksbranche entscheiden sich immer mehr Schulabsolvent:innen gegen eine Ausbildung im handwerklichen Bereich. In den vergangenen 30 Jahren hatte die Berufsausbildung immer die Nase vorn im Vergleich zum Studium. 2020 kam es aber zu einem Wandel: Erstmals haben mehr junge Menschen die akademische Laufbahn einer (handwerklichen) Ausbildung vorgezogen.

Die Lösung für den Fachkräftemangel: Studieren im Handwerk       

Das Konzept des Dualen Studiums gibt es bereits seit den 1970er Jahren in Deutschland. Unternehmen nutzen den Vorteil der Ausbildung, bringen den Student:innen das praktische Wissen bei und profitieren von der Ergänzung des theoretischen Wissens aus der Hochschule.

Da die Tendenz in der Geselschaft immer weiter Richtung Studium anstelle einer (praktischen) Ausbildung geht, ist die Kombination der beiden Formen eine interessante Lösung. 

Duales Studium Infografik

Nachwuchs im Handwerk durch Duales Studium

Das Duale Studium im Handwerk kombiniert eine Ausbildung mit einem Studium. Absolvent:innen verfügen nach dem Abschluss über den Gesellenbrief als auch den Bachelor. Diese Kombination ist eine super Möglichkeit für Abiturient:innen, die sich nach dem Schulabschluss noch nicht festlegen können oder bewusst zwei in eins absolvieren möchten.

Die reine Berufsausbildung steht vor der Herausforderung, für Abiturient:innen attraktiv zu bleiben bzw. wieder attraktiv zu werden. Doch nicht nur das Image wird poliert: Neben dem handwerklichen Können eignen sich die Student:innen auch nötige Fähigkeiten an, um später eine Führungsposition bekleiden zu können. Somit haben duale Student:innen überaus attraktive Karriereaussichten. Für Unternehmen, die auf Nachfolgesuche sind, kein unintressanter Gedanke.

Nachwuchs im Handwerk durch Triales Studium

Wenn man sich mit dem Studium im Handwerk besschäftigt, stößt man nicht nur auf das Duale sonder auch auf das Triales Studium. Wo besteht der Unterschied zwischen Dual und Trial studieren?

Anders als beim Dualen Studium, erhalten die Absolvent:innen beim Trialen Studium neben dem Gesellenbrief und dem Bachelor noch den Meisterbrief. Diese Studienform eignet sich für diejenigen, die sich für eine handwerkliche Ausbildung interessieren und gleichzeitig nach (noch) mehr streben. Mehr bedeutet in diesem Fall die Übernahme eines Betriebs oder die Bekleidung einer Führungsposition.

Allerdings ist das Angebot an Trialen Studiengängen im Handwerk noch begrenzt und noch nicht so gut ausgebaut wie die Angebote eines Dualen Studiums im Handwerk.

Welche handwerklichen Studiengänge gibt es?

Es gibt einige Handwerksberufe, die in einem Dualen Studium erlernt werden können. Wir haben Dir einmal die zehn beliebtesten Berufe zusammengefasst:

  1. Elektrotechniker:in für Maschinen und Antriebstechnik
  2. Elektroniker:in Automatisierungstechnik im Handwerk
  3. Imformationselektroniker:in
  4. Maurer:in
  5. Anlagenmechaniker:in für SHK
  6. Zimmerer:in
  7. Beton- und Betonstahlbauer:in
  8. Feinwerkmechaniker:in
  9. Metallbauer:in in der Konstruktionstechnik
  10. Straßenbauer:in

Handwerk studieren: 3 Vorteile für Deinen Handwerksbetrieb

Inzwischen kennst Du die Vorzüge eines Dualen Studiums im Handwerk für die Schulabsolvent:innen. Was aber sind die Vorteile für Dich als Handwerksbetrieb? Gerne möchten wir Dir die drei wichtigsten Vorteile eines handwerklichen Studiums nennen:

  1. Angebot für Handwerksinteressierte, die sich ein Studium wünschen:

Es muss nicht „entweder oder“ heißen. Das Angebot eines Dualen/Trialen Studiums bringt Dich als Handwerksbetrieb wieder ins Rennen. Schulabsolvent:innen müssen sich nicht für die handwerkliche Ausbildung ODER das Studium entscheiden. Bei einem handwerklichen Interesse und dem Wunsch nach einem Studium bietest Du die Möglichkeit, beides zu kombinieren.

  1. Mehr qualifizierte Fachkräfte für Deinen Betrieb:

Studierende im Handwerk lernen nicht nur das Handwerkliche in Deinem Betrieb, sondern eignen sich auch theoretisches Fachwissen an der Hochschule an. Dieses Wissen kommt Deinem Betrieb zu Gute. Mit dualen Student:innen bekommst Du top qualifizierte, angehende Fachkräfte für Deinen Betrieb.

  1. Ansehen als moderne:r und attraktive:r Arbeitgeber:in:

Mit einem solchen Angebot hebst Du Dich von anderen Betrieben ab. Du stellst unter Beweis, dass Du bereit bist, Dich weiterzuentwickeln und dass Du offen für neue Entwicklungen auf den Arbeits- und Bildungsmarkt bist.

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Nele Flenter

Nele Flenter

Sie ist leidenschaftliche Texterin und versteht es, mit ihren Worten Emotionen zu wecken. Neben ihrer authentischen Art legt sie Wert darauf, auf Augenhöhe mit den Leser:innen zu kommunizieren. Sie nimmt ihre Leser:innen metaphorisch an die Hand und führt sie durch ihre Texte. Insbesondere beim Schreiben für Themen im Onlinemarketing-Segment kommen ihr diese Eigenschaften zu Gute. Am liebsten schreibt sie Blogartikel, weil sie ihre Themen gerne ausführlich bespricht und in die Tiefe geht.

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